13. Juni 2008
Cemile und ihre 160 Hunde

Cemile ist 52 Jahre alt und lebt in der Nähe des Flughafens Istanbul auf einem eingezäunten Gelände
in der 'Wildnis'. Sie hat kein Einkommen, kein fließendes Wasser, keinen Strom. Ihre kleine Welt teilt sie
mit z. Zt. ungefähr 160 Hunden. Es waren nicht immer so viele, natürlich nicht, aber wenn sich so etwas herumspricht, werden es schnell mehr..
Cemile und ihre Hunde leben von dem, was man ihnen gibt. Ab und zu kümmern sich ein paar Menschen um sie, versorgen sie und die Tiere mit Wasser, Essen und Futter. Aber es ist nicht immer genug, manchmal hungern auch alle.
Bis auf ca. 5 Hunde und die Welpen, die ihr Anfang Juni beschert wurden, sind alle Hunde inzwischen
dank einiger lieber Menschen kastriert.
Im Frühsommer hat sie die Planen bekommen, die man auf den Fotos sehen kann. Nun ist etwas Schatten. Auch der Schotter ist im Frühsommer diesen Jahres gemacht worden, nun werden die Hunde im kommenden Herbst und Winter nicht mehr bis zu den Knien im Matsch versinken.
Es ist der tägliche Überlebenskampf, den wir ihr vielleicht ein wenig erleichtern können.
Während unseres Aufenthaltes in Istanbul haben wir versucht, privat ein bisschen für sie zu tun. Wir haben Lebensmittel für sie gekauft, Trockenfutter für die Hunde, die Männer bezahlt, die den Schotter gelegt
und die Planen gespannt haben, außerdem hat sie Ivomec (gegen die Räude) für alle Hunde bekommen und
wir haben den großen Wassertank, der total vermoost und von innen ganz grün war, reinigen lassen.
Aber lassen Sie uns zunächst mal schauen, wie es bei Cemile so aussieht.
Zuerst sehen wir uns ihr 'Reich' mal von außen an.
Hier sehen wir den vorderen Bereich mit dem großen weißen Wassertank, der wegen der Reinigungsarbeiten z. Zt. außerhalb des eigentlichen Geländes steht.
Hier stehe ich an der rechten Seite des Geländes (von vorn aus gesehen). Im Hintergrund links erkennt
man eine Hauptstraße, und dahinter, auf der kleinen Anhöhe, ist der Flughafen.
Ein kleiner Rundgang:


Nun sind wir wieder vorne am Eingangsbereich.


Die meisten Hunde waren sehr interessiert und haben mich liebevoll begrüßt



Auf dem Gelände befinden sich einige 'Hütten'. Dort leben die behinderten Hunde sowie die
kleineren Tiere.
Auch die Mami ist hier unterbracht.
Natürlich würde ich es ihr schöner wünschen, aber das ist zur Zeit unter den gegebenen Umständen
nicht möglich. Jedenfalls werden alle im Rahmen von Cemiles Möglichkeiten versorgt. Und wie man
erkennen kann, ist der Fressnapf durchaus sauber.




Heraus aus der ersten 'Hütte', auf dem Weg in die nächste - fast ein Überfall von den großen Hunden,
die draußen leben


Hier leben nun überwiegend die kleinen Hunde


Ein Moment des Glücks im Elend?

Und beim Hinausgehen wieder ein Überfall

Auch diese Bilder sagen mir, dass sie die Tiere liebt
Auf dem nächsten Foto ist ein großer Berg Brot zu sehen. Die Hunde bekommen oft eingeweichtes Brot, wenn nichts anderes da ist. Das ist zwar nicht grad artgerechtes Futter, aber es macht satt. Und ich
vermute, dass manchmal auch Cemile dieses Brot isst..
Ob es nun gut gemeint und nicht gewusst war, oder ob jemand es nur loswerden wollte, das jedenfalls ist einfach nicht schön:
Das gesamte Brot war verschimmelt. Und nun hatte Cemile nichts zu essen für die Hunde, dafür aber das Problem der Entsorgung. Es war keine Hilfe..
Etwas Undefinierbares, auch gar nicht mehr gut:
Was aus unserer Sicht, natürlich neben der Sicherung des Überlebens für alle, unbedingt gemacht werden müsste, ist das Anlegen bzw. Abzäunen eines kleinen separaten Auslaufs für die Tiere, die in den 'Hütten' leben. Sie müssen dringend mal frische Luft atmen und die Sonne sehen. Und wenn wir genauer hinschauen, sehen wir sicherlich noch viel mehr..
Wenn Sie Cemile helfen wollen, schreiben Sie mir bitte für nähere Informationen!
Ihre
Maria Cramer-Ferkinghoff





