März/April 2009   

Wir bitten Sie um Mithilfe bei der Aufbringung der Behandlungskosten für 

Mary und Popcorn   

 

Im letzten Jahr klein, verlassen und hungrig von türkischen Straßen gerettet und wieder aufgepäppelt, wurden die beiden, die sich vorher nicht kannten, zusammen auf die Ausreise nach Deutschland vorbereitet, da sie nicht wieder auf die Straße zurückgebracht werden sollten. Beide waren zu netten, freundlichen Katzenladies herangewachsen.

          

Am 12. März sollten sie fliegen, und eine gute Woche vorher wurden sie noch kastriert.
Beide waren sehr krank danach. Zunächst fand man es normal, dass sie eine Weile brauchen, um sich wieder zu erholen. Aber als sie nach 4, 5 Tagen immer noch nur in einer Ecke lagen und schliefen, nichts fraßen und auch kaum Wasser zu sich nahmen, hielt man Rücksprache mit der Praxis, in der die Kastrationen vorgenommen hatten. "Ach, das wird schon. Das kann mal etwas länger dauern. Geben Sie ein paar Vitamine."

Es wurde nicht. Beiden ging es weiterhin schlecht, und am 12. März, an dem abends der Flug stattfinden sollte, wurde ein Tierarzttermin in Deutschland vereinbart. Die beiden landeten am 12. März um 23.50 Uhr in Deutschland, und um 11.00 Uhr am 13. März waren sie beim Tierarzt. Beide hatten über 41° Fieber, der Bereich um die Wunden fühlte sich nicht so gut an. Langzeit-Antiobiotika wurden gespritzt mit der Maßgabe, am Montag, 16. März, sie wieder vorzustellen. Nochmal Antibiotika, ebenso am 17. und am 18. März. Das Fieber ging ein wenig runter, sie sollten noch ein paar Tage weiter jede ein Antibiotikum bekommen und
sie sollten gut beobachtet werden. Klar, machen wir natürlich, keine Frage.

            

Zwei, drei Tage lang ging es beiden relativ gut. Am Samstag, 21. März, begannen sie wieder abzuschlaffen
und nur noch herumzuliegen. Bis Sonntag wurde das nicht besser, eher im Gegenteil. Ein Anruf beim
Tierarzt ergab, wir mögen sie doch in die Tierklinik bringen, dort habe man mehr Möglichkeiten, auf die beiden einzugehen, zu diagnostizieren und zu behandeln.
Mary hatte ca. 41,5° Fieber und Popcorn ca. 41°. Da es Mary vom Gesamteindruck her schlechter ging,
wurde die Diagnostik zunächst bei ihr durchgeführt. Es wurde ein Ultraschall gemacht, der nichts ergab,
und ein Blutbild. Die Leukos lagen bei ca. 25 statt normal zwischen 5 und 11. Auch andere Entzündungswerte waren mehr als doppelt erhöht. Beide mussten sicherheitshalber in der Klinik bleiben. Sie bekamen Infusionen und wurden in den nächsten Tagen intensiv untersucht und prima betreut. Hinweise auf den Erreger fand man trotz aller möglichen Untersuchungen nicht. Aber die Werte besserten sich, und Mary
und Popcorn konnten am 25. März zurück nach Hause. Es gab weiterhin noch ein paar Tage lang Antibiotika, und am 27. März wurde sicherheitshalber eine Kontrolluntersuchung angesetzt. Popcorn ging es gut, das Fieber war unten, sie war fit und munter. Bei Mary sah leider alles ganz anders aus, sie war schon zuhause wieder sehr ruhig und schläfrig, und sie hatte wieder weit über 41° Fieber.

Popcorn war gesund, und Marys Leidensweg begann jetzt erst richtig.

Am Samstag, 28. März, erfuhren wir beim täglichen Anruf aus der Klinik, dass Mary starke neurologische Veränderungen zeigte. Sie zitterte, wackelte stark mit dem Kopf, lief unkontrolliert und ihr Lidschlussreflex funktionierte nicht mehr. Nun gab es auch noch Augensalbe, um das Austrocknen der Hornhäute zu verhindern. Das Fieber war wieder ein wenig nach unten gegangen. Man setzte das Antibiotikum ab und gab eine kleine Dosis Cortison. Sonntag, Montag, Dienstag.... die neurologischen Veränderungen waren da und blieben da. Das Fieber begann wieder zu steigen...
Viel Hoffnung auf Marys Überleben machte man uns zu diesem Zeitpunkt nicht. Dann plötzlich begannen die neurologischen Veränderungen sich zurückzubilden, zunächst fast unmerklich, dann aber sichtbar immer mehr. Nur das Fieber blieb... Es wurde das Cortison ausgeschlichen und wieder mit einer (diesmal doppelten) Antibiose begonnen.
Da man bei allen machbaren Blutuntersuchen nichts über den/die Erreger dieser Infektion gefunden hatte, sprach man uns auf eine Liquor-Punktion an. Dort fände man evtl. Erreger, die über das Blut nicht auszumachen seien. Ihre Überlebenschancen hatten sich nicht gebessert in der Zwischenzeit, sie waren immer noch äußerst gering...
Wie sollten wir entscheiden? Wenn wir in die Punktion einwilligen, quälen wir sie oder geben wir ihr eine Chance?
Wir entschieden, ihr die Chance zu geben. Sie überstand alles gut, nur leider war das Punktat kaum auswertbar, man stellte in der Zytologie lediglich fest, dass sie an einer hochgradigen Infektion litt. Aber das wussten wir ja schon.
Das Fieber blieb, die neurologischen Veränderungen verschwanden im Laufe der Tage völlig, lediglich ein ganz kleiner Rest des Defektes vom Lidschlussreflex am linken Auge verblieb. Aber das Fieber....

Am Montag, 6. April, sprach die zuständige Tierärztin uns an auf eine letzte Möglichkeit, noch etwas über den/die Erreger zu finden. Man müsse Mary aufschneiden und sich die inneren Organe ansehen, müsse Proben entnehmen und diese zur Untersuchung einschicken. Der Anruf kam abends, gegen 19.30 Uhr. Wenn wir einwilligen, wolle man es gleich am nächsten Morgen machen.
Was sollen wir tun? Quälen wir sie oder ist es eine Chance? Sie ist doch grad mal 1 Jahr alt, wir konnten sie nicht einfach sterben lassen, auch diesmal nicht.
Die OP wurde am 07. April gemacht. Sie fanden völlig intakte Organe, Verwachsungen am Gebärmutterstumpf, die sie entfernten, und vergrößerte Lymphdrüsen. Sie entnahmen ein paar Proben und schickten sie zur Untersuchung ein.
Mary überstand diesen weiteren Eingriff gut. Sie hatte am Abend nach der OP schon wieder guten Appetit, sie hatte seitdem ohne Fiebersenker kein Fieber mehr. Sie hatte bis Donnerstag abend kein Fieber mehr,
war also konstant 48 Stunden ohne Fiebersenker fieberfrei.
Niemand verstand es, aber wir konnten Mary am Donnerstag, 09. April, abends abholen. Zu der Zeit kam
auch noch ein Anruf aus dem Labor, der besagte, dass sie definitv kein FIP hat, was die ganze Zeit noch hintergründig im Raum gestanden hatte.

Nun ist sie zuhause. Das Köpfchen ist rasiert wegen der Liquorpunktion.....

   

das Bäuchlein ist rasiert wegen der Diagnose-OP....

 

Sie läuft herum, schmust, erzählt uns was, sie frisst prima und hat auch wieder angefangen zu spielen.

     

Am Dienstag, 14. April, ist die erste Nachuntersuchung, um den 20. April herum werden die Fäden gezogen, dann kommt auch der Kragen ab. Dann kann sie alles vergessen. Hoffen wir. Es fehlen noch ein paar Laborergebnisse, aber man glaubt in der Klinik nicht, dass noch Erkenntnisse über den Erreger, den sie sich bei dieser Kastration in der Türkei zugezogen hat, gewonnen werden.

Die Kosten für Popcorn und Mary betragen (gerundet) 2.300 Euro.
Alle Rechnungen liegen uns vor und können auf Wunsch eingesehen werden.

Bitte, helfen Sie uns, diese Kosten aufzubringen. Wir schaffen es nicht allein.

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23. Mai 2009

Ihre Hilfe zur Aufbringung der Behandlungskosten von Mary und Popcorn hat uns total überwältigt.

Wir sagen Ihnen allen, die Sie uns bisher unterstützt haben, unseren ganz ganz herzlichen Dank.

Den beiden Mädels geht es weiterhin gut. Es gab keinerlei Rückfälle irgendwelcher Art. Bei den noch durchgeführten Laboruntersuchen haben sich keine neuen Erkenntnisse mehr ergeben.

Nach anfänglich sehr viel Geknurre, Gefauche und Gehaue haben Mary und Popcorn sich nun beruhigt und
ein wenig in der Pflegestelle eingelebt. Beide sind sehr große Schmusetiger und fordern ihre Streicheleinheiten deutlich ein.

Popcorn beginnt, ab und zu mit einigen der anderen Katzen zu spielen, hat sich jedoch an keine
intensiv angeschlossen.


        




Auch Mary tobt mit den anderen durch's Haus.

          

Sie hat sich vor allem mit Scotty angefreundet. Die beiden sieht man sehr häufig zusammen. Vielleicht liegt es daran, dass beide in ihrem bisher kurzen Leben schon 'das Licht am Ende des Tunnels' gesehen haben? Denn auch Scotty war, nachdem das Auto, in dessen Motorraum er schlief, angelassen wurde, sehr schwer krank.

          

        

Scotty, als er Ende März zu uns kam:

           

Das Einzige, was ihn dieser Unfall gekostet hat, ist ein Zeh am linken Hinterbeinchen. Der musste leider amputiert werden. Scotty ist eigentlich genau so ein Wunder wie seine Freundin Mary.........

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