Fatosh

Wie jeder von uns weiß, gibt es Zigtausende von streunenden Hunden in der Türkei.
Einer schöner als der andere und einer ärmer als der andere - ohne Chancen, ohne Zukunft.
Sie werden verjagt, geschlagen, mißhandelt, vergewaltigt, gequält, verstümmelt, vergiftet.

Auf der anderen Seite schießen seit Jahren Zoohadlungen - Petshops - wie Pilze aus dem Boden. In jeder größeren Stadt sind sie fast an jeder Straßenecke zu sehen. 4-6 Wochen junge Rassehunde und Rassekatzen, zusammengepfercht in Glaskästen im Schaufenster. Niedlich wie sie sind, werden sie für viel Geld gekauft
und verschenkt oder mitgenommen - als wären sie anders als die Tiere auf den Straßen.

Schon bald merken "Frauchen oder Herrchen", daß sie doch nicht anders oder "besser" sind als andere Tiere auch. Sie müssen raus, weil sie auch mal müssen, sie fressen, sie brauchen dies und sie brauchen das und wenn sie erst zum Tierarzt müssen, weil die Impfungen und die Kosten usw. losgehen, ist es schon bald vorbei mit niedlich, sie werden zur Last und die Statutssymbole landen auf den Straßen dieser Städte und enden oftmals so wie dieses Golden Retrievermädchen Fatosh.

 

Fatosh ist kein Statussymbol mehr.
Sie wird nicht mehr aus dem Tierheim mitgenommen werden, wie viele Rassehunde, da die Leute herausgefunden haben, dort gibt es sie umsonst. Golden Retriever und Deutsche Schäferhunde und andere Rassehunde werden zu Kettenhunden, sie werden zu Streunern und in den Tierheimen sind sie massenweise zu finden.


Vor einiger Zeit saßen in meiner Maschine nach Istanbul zwei angeblich 4 Monate junge dt. Schäferhunde - mit einem blauen und mit einem rosa Halsbändchen und spielten so süß miteinander, bis sie in ihre Boxen kamen - ohne ahnen zu können, was für eine Zukunft sie erwartet nach der Reise über Istanbul nach Malatya.
Ein Anblick und Gedanken, die schon körperlich weh taten.

Banu Knüppel


Fatosh hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden

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